Grüne fordern Aufstockung des Wohnungsbauprogramms für geflüchtete Menschen aus der Ukraine

Fassungslos blickten die Mitglieder der grünen Kreistagsfraktion auf ihrer ganztägigen Klausurtagung auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Immer mehr Menschen fliehen vor dem Krieg nach Westeuropa. Viele Frauen mit Kindern kommen auch im Landkreis Verden an. Die Menschen benötigen dringend unsere Hilfe.

„Die Hilfsbereitschaft durch Spenden für Lebens- und Arzneimittel usw. ist gigantisch. Doch brauchen wir dringend mehr Wohnraum auf dem ohnehin knappen Wohnungsmarkt. Daher sollten die Mittel für das Wohnraumprogramm aufgestockt werden,“ so die Fraktionsvorsitzende Karin Labinsky-Meyer aus Oyten.

Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist besonders die Kreisbaugesellschaft gefragt. Auch die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit muss wieder stärker intensiviert und unterstützt werden. Die ehemalige Koordinatorin und jetzige Bürgermeisterin von Thedinghausen, Anke Fahrenholz, habe hier vorbildliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe geleistet, waren sich die Kreisgrünen einig. „Wir brauchen Übersetzer*innen und Lots*innen beispielsweise im Umgang mit den Behörden und dem Gesundheitswesen. Deshalb sollten in allen Gemeinden und Städten des Landkreises Flüchtlinge kompetent begleitet werden,“ forderte der Fraktionsvorsitzende Lennart Quiring aus Achim.

Besonders wichtig sind ausreichend Plätze in Krippen und Kindergärten für die geflüchteten Kinder. Hier sei es erforderlich, mehr Geld vom Landkreis für die Betreuung der traumatisierten Kinder auszugeben. Neben dieser frühkindlichen Bildung müsse auch die schulische Bildung durch die Schaffung von Sprachklassen in den Schulen vorangetrieben werden. „Hier ist das Land Niedersachsen gefordert, genügend Lehrerinnen und Lehrer einzustellen, um die Sprachbarrieren der Jugendlichen zu beseitigen,“ stellte Erich von Hofe aus Fischerhude fest.

Kein Verständnis haben die Grünen für Putin-freundliche Äußerungen, wie sie auf den letzten Demonstrationen der vermeintlichen Spaziergänger vor allem in Ottersberg geäußert wurden. Der Angriffskrieg Putins ist ein Bruch des Völkerrechts und menschenverachtend. Es ist ein Krieg gegen die Menschen in der Ukraine, die in Freiheit und selbstbestimmt leben wollen. „Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir das Weser-Aller-Bündnis für Demokratie und Zivilcourage (Wabe) hier vor Ort unterstützen,“ sagte Doris Gerken aus Verden.

Die Auswirkungen des Krieges machen sich auch in der Landwirtschaft bemerkbar. Die Preise für Düngemittel und Energie sind enorm gestiegen. „Die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas kann durch die Umstellung auf ökologischen Landbau massiv verringert werden,“ erklärte Dr. Elisabeth Böse. Abschließend bedankte sich Karin Labinsky-Meyer für die großartige Beköstigung während der Klausur auf dem Biolandbetrieb Böse-Hartje in Thedinghausen/Eißel.

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